Fachbeiträge zur Bauwerksinstandsetzung

Praktische Fallstudien und technische Analysen aus der täglichen Arbeit mit Bestandsbauten nach BauGB.

Tragwerksprüfung an einer historischen Fabrikhalle in Essen
15. März 2025

Tragwerksprüfung an einer historischen Fabrikhalle in Essen

Detaillierte Analyse der Tragfähigkeit und Korrosionsschäden an einer denkmalgeschützten Industriehalle. Im Rahmen einer umfassenden Tragwerksprüfung wurde eine 1920 errichtete Fabrikhalle in Essen auf ihre strukturelle Integrität untersucht. Die Betonkerne wiesen eine unzureichende Druckfestigkeit auf, zudem waren die Bewehrungsstähle durch Karbonatisierung geschädigt. Nach der BauGB-konformen Bewertung wurde ein Konzept zur nachträglichen Verstärkung mittels CFK-Lamellen und Spritzbeton entwickelt. Die Sanierung erfolgte unter laufendem Betrieb, was eine präzise Bauphasenplanung erforderte. Abschließend wurde die Halle für eine Nutzlast von 5 kN/m² freigegeben.

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Nachrüstung von Brandschutzdecken in einem Chemiewerk in Leverkusen
22. Februar 2025

Nachrüstung von Brandschutzdecken in einem Chemiewerk in Leverkusen

Fallstudie zur brandschutztechnischen Nachrüstung von Industriedecken mit Brandschutzputz und Dämmung. In einem Chemiewerk in Leverkusen mussten die bestehenden Stahlbetondecken brandschutztechnisch ertüchtigt werden, um die Feuerwiderstandsklasse F90 zu erreichen. Die Decken waren ursprünglich nur für F30 ausgelegt. Nach einer detaillierten Brandsimulation und statischen Berechnung wurde ein System aus Brandschutzputz und Mineralfaserdämmung appliziert. Die Herausforderung lag in der chemischen Beständigkeit der Materialien gegen aggressive Dämpfe. Das Projekt wurde termingerecht abgeschlossen und die Anlage nach Abnahme wieder in Betrieb genommen.

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Gründungssanierung eines Kühlturms in einem Kraftwerk in Neurath
10. Januar 2025

Gründungssanierung eines Kühlturms in einem Kraftwerk in Neurath

Sanierung der Gründung eines 80 m hohen Kühlturms durch Zementinjektion und Mikropfähle. Ein 80 Meter hoher Kühlturm in einem Braunkohlekraftwerk zeigte Setzungsrisse im Fundamentbereich, die durch ungleichmäßige Bodenverdichtung verursacht wurden. Nach einer geotechnischen Untersuchung wurde ein Injektionsplan erstellt, der eine Zementinjektion in den Baugrund sowie die Installation von 24 Mikropfählen vorsah. Die Arbeiten wurden im laufenden Betrieb durchgeführt, wobei die Erschütterungen streng überwacht wurden. Die Setzungen konnten vollständig gestoppt werden, der Turm wurde für weitere 20 Jahre Betrieb freigegeben.

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Wann ist eine Tragwerksprüfung nach BauGB Pflicht?

Eine Prüfung wird fällig, wenn an einem Bestandsgebäude wesentliche Änderungen vorgenommen werden – etwa eine Nutzungsänderung, ein Anbau oder eine Aufstockung. Auch bei sichtbaren Schäden wie Rissen oder Durchbiegungen ist eine Überprüfung der Standsicherheit erforderlich. Wir bewerten den Zustand nach den Vorgaben der Baugesetzbuch-Novelle und erstellen ein belastbares Gutachten.

Wie läuft eine Betonanalyse vor Ort ab?

Wir entnehmen Bohrkernproben, führen eine Karbonatisierungstiefenmessung durch und prüfen die Druckfestigkeit. Parallel wird der Bewehrungsstahl auf Korrosion und Querschnittsverlust untersucht. Die Ergebnisse fließen in eine statische Nachrechnung ein, die die tatsächliche Tragfähigkeit abbildet.

Welche Verstärkungsmethoden setzen Sie ein?

Je nach Schadensbild und statischer Anforderung verwenden wir CFK-Lamellen, Spritzbeton, nachträglich eingeklebte Bewehrung oder Stahlprofilverstärkungen. Die Wahl hängt von der Zugänglichkeit, der erforderlichen Traglaststeigerung und den Brandschutzanforderungen ab. Jede Maßnahme wird vorab rechnerisch nachgewiesen.

Können Sanierungen im laufenden Betrieb durchgeführt werden?

Ja, das ist bei Industrieanlagen oft der Fall. Wir planen die Bauphasen so, dass die Produktion oder Nutzung möglichst wenig beeinträchtigt wird. Erschütterungsarme Verfahren wie Fräsen statt Stemmen und der Einsatz von Schnellbindemitteln verkürzen die Stillstandzeiten erheblich.

Was kostet eine Tragwerksprüfung?

Die Kosten richten sich nach Umfang der Untersuchung, Anzahl der Prüfstellen und der Komplexität des Tragwerks. Ein erstes Angebot erstellen wir nach einer kurzen Besichtigung und Sichtung der vorhandenen Pläne. Für eine verbindliche Kalkulation ist eine Vor-Ort-Begehung notwendig.

Wie lange dauert ein Gutachten?

Ein Standardgutachten für eine Halle oder ein kleineres Industriegebäude ist in der Regel innerhalb von drei bis vier Wochen fertig. Bei umfangreichen Schäden oder fehlenden Bestandsplänen kann die Bearbeitungszeit auf sechs bis acht Wochen ansteigen. Wir informieren Sie während des gesamten Prozesses über den Fortschritt.

Haben Sie eine spezifische Frage zu Ihrem Bauvorhaben? Kontaktieren Sie uns direkt – wir beraten Sie gern.

Erläuterungen und rechtliche Hinweise

Definitionen, Bedingungen und Klarstellungen zur Auslegung unserer Leistungsbeschreibungen und Vertragsgrundlagen.

§ 1 BauGB Geltungsbereich der Baugesetzbuch-Konformität

Alle von uns erstellten Tragwerksprüfungen und Sanierungskonzepte beziehen sich auf die Anforderungen des Baugesetzbuches (BauGB) in der jeweils gültigen Fassung. Die Einhaltung der BauGB-Vorschriften wird nur für die konkret beauftragte Maßnahme zugesichert, nicht für angrenzende Bauteile oder spätere Nutzungsänderungen.

§ 2 Bestandsanalyse Umfang der strukturellen Integritätsprüfung

Die Untersuchung umfasst die visuelle und instrumentelle Erfassung von Rissen, Verformungen und Korrosionsschäden an tragenden Bauteilen. Sie ersetzt keine vollständige geotechnische Erkundung des Baugrunds, sofern diese nicht gesondert vereinbart wurde. Messergebnisse gelten für den Zeitpunkt der Probennahme.

§ 3 Betonverstärkung Nachträgliche Verstärkung mit CFK-Lamellen und Spritzbeton

Die angegebenen Tragfähigkeitswerte nach Verstärkung basieren auf rechnerischen Modellen und setzen eine fachgerechte Ausführung sowie die Einhaltung der Aushärtezeiten voraus. Abweichungen durch nicht vorhersehbare Materialermüdung oder chemische Einwirkungen sind nicht ausgeschlossen.

§ 4 Brandschutzertüchtigung Feuerwiderstandsklassen und Nachweise

Die Erreichung der Feuerwiderstandsklasse F90 wird durch Prüfzeugnisse eines akkreditierten Instituts belegt. Die Klassifizierung gilt unter der Bedingung, dass die Brandschutzbekleidung nicht mechanisch beschädigt oder durch nachträgliche Installationen durchbrochen wird. Regelmäßige Wartungsintervalle sind vom Betreiber sicherzustellen.

§ 5 Gründungssanierung Injektionsverfahren und Mikropfähle

Die Stabilisierung von Setzungsrissen durch Zementinjektion und Mikropfähle wurde auf Basis der vorliegenden Baugrunduntersuchung dimensioniert. Ändern sich die hydrogeologischen Verhältnisse (z. B. Grundwasserabsenkung) oder treten unvorhergesehene dynamische Lasten auf, können erneute Setzungen nicht ausgeschlossen werden.

§ 6 Haftungsausschluss Begrenzung der Gewährleistung

Unsere Haftung beschränkt sich auf nachweislich von uns verursachte Mängel an der ausgeführten Leistung. Für Schäden durch unsachgemäße Nutzung, fehlende Instandhaltung oder höhere Gewalt übernehmen wir keine Verantwortung. Die gesetzliche Verjährungsfrist beträgt fünf Jahre ab Abnahme der Leistung.

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